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Wer lügt denn hier? Ainetter versus Dichand

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Wolfgang Ainetter, der ehemalige Chefredakteur der Gratiszeitung Heute, schrieb in der deutschen Boulevardzeitung Bild einen Artikel über seine Heimat Österreich. Er kritisierte darin auch die Einflussnahme durch die Politik

"Als mein Team enthüllte, dass die SPÖ vier Jahre lang direkt aus der Parteizentrale hunderte gefälschte Leserbriefe über die 'großartige Regierungsarbeit' an Redaktionen im ganzen Land geschickt hatte, sagte meine Herausgeberin: 'Ich verbiete Ihnen kritischen Journalismus.' Ich ging, die verantwortlichen Politiker blieben im Amt."

Heute-Herausgeberin Eva Dichand dementierte umgehend auf Twitter: "Das habe ich natürlich NIE gesagt."

Ainetter konterte: "Das Zitat ist genauso gefallen."

Lügt hier jemand? Und wenn ja: Wer?

Im Klartext würde Ainetters Vorwurf bedeuten, die SPÖ hätte sich im Gratisblatt willfährige Berichterstatt ung gesichert. Was bleibt, sind die Fakten. Ainetter und Heute gingen tatsächlich nach einer kritischen SPÖ-Geschichte getrennte Wege. Ebenso unstrittig ist, dass die SPÖ massiv im Gratisblatt inserierte, wie die investigative Plattform dossier. at mehrfach nachwies.

Es gilt die Unschuldsvermutung. Für alle. Wie immer.


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