DER KAMPF UM DIE MITTE

Trotz 49,7% für Norbert Hofer: Die Mitte hat ein viel breiteres Wertespektrum als die FPÖ. Warum versagen die Zentrums-Politiker dabei, diese Werte anzusprechen? Einblicke in die hohe Kunst des Framings

ANALYSE: CHRISTOPH HOFINGER
Politik, FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Die Entscheidung zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen zwinge die Bevölkerung in eine Polarisierung: Die Menschen hätten sich jetzt anhand ihres Kreuzes am Stimmzettel in Anhänger linker Willkommenskultur und rechter Ausländer-raus-Haltung aufgeteilt, interpretierten viele Beobachter die Stichwahl. Eine fundamentale Fehleinschätzung.

Sie beruht auf dem Irrtum, dass Menschen grundsätzlich ein kohärentes, in sich schlüssiges Weltbild hätten. Manche haben dies tatsächlich, aber sie sind in der Minderheit. Gerade die Flüchtlingsthematik ist ein Lehrbeispiel dafür, dass die politische Mitte von Menschen bevölkert ist, die "Value Shifters" genannt werden. George Lakoff, Nestor des politischen Framings, nennt diejenigen Menschen Value Shifters, die aus unterschiedlichen Perspektiven -meist aus einer rechten und einer linken - auf das gleiche Thema blicken können. Ihre Haltung zu ein und derselben Sache kann wechseln, je nachdem, wie darüber gesprochen wird. Ihnen geht

  1484 Wörter       7 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige

Anzeige