Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert -Veranstaltungen im Überblick

Bloom, oder: Feiern in Wien wird nun noch spontaner

Lexikon | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Unser lieber Kollege J. kommt an einem Donnerstag ziemlich fertig ins Büro. "Schuld ist Bloom!", krächzt er und lässt sich einen dritten Becher Automatenkaffee herunter. Diese neue App ist nämlich gerade dabei, das spontane (R)ausgehverhalten der Städter anzustacheln; unseren Kollegen hat sie an einem sonnigen Nachmittag auf eine Spontanparty in einen Wiener Park gelockt. Anstatt jemanden ausfindig zu machen, der bereits bei einem der vielen Freilufttechnotreffen auf der Wiese oder beim Popup-Flohmarkt mit DJ-Beschallung ist und einem am Telefon berichten kann, ob es sich auszahlt zu kommen, schaut man nun via Bloom den bunten Ringen aus Besuchern beim Wachsen zu. Kommt man selbst an einem der aktuellen Hotspots an, vergrößert die App den Menschenkreis auf dem Stadtplan. Anmelden oder zusagen muss man nicht, gespeichert und weitergeleitet wird versprochenerweise auch nichts. Dem Frühlingserwachen zwischen spontanem Kunsthappening und Nachmittags-Rave steht also nichts mehr im Weg.

VORSCHAU

DONNERSTAG (26.5.): Das Chelsea wird gestern, heute und morgen 30, Bulbul schreiben live im Rhiz ein neues Lied, und im Club-U feiert das VIS Vienna Independent Shorts Festival mit House von Neon Amish durch die Nacht.

FREITAG: Das Kollektiv V Are hat in der Galerie Philomedia eine Ausstellung zum Thema Schwarz-Weiß kuratiert, abends spielen mit Fauna und Gea Brown zwei Spezialistinnen für unheilvolle Atmosphären und experimentelle Beats. In der Sargfabrik findet die Konferenz Bodies of Knowledge zu dekonolialisierter Kunst aus der afrikanischen Diaspora statt, danach: Sounds-of-Blackness-Party im Heuer. Das Festival Ultra High Frequency der Grellen Forelle startet mit tropischen Ambient-Pop des Franzosen D.K. aka 45 DCP, die Technoliebhaber des Meat Market beginnen mit einem Set von Kwartz ihre Kooperation mit dem Flex, Lucretio jongliert im Sass mit spaciger Disco und verspieltem Techno, Codex Empire nimmt im Werk mit ungestümem Techno keine Gefangenen, und beim Donaukanaltreiben spielen heute Trümmer.

SAMSTAG: Im Metro Kino tritt für VIS der New Yorker Rapper Zebra Katz mit der britisch-iranischen DJ Leila auf, danach findet im Brut ein Festwochenund VIS-Fest mit Beats von PRCSL oder Denis Yashin statt. Das Hamburger Duo Fallbeil vereint in der Grellen Forelle Techno, Acid, Industrial und andere gute Kompromisslosigkeiten, und der Club Paradiso versammelt seine Freunde im Celeste.

seidler@falter.at


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