Die Schattenseite dieses Wahlgangs

Fast jeder Zweite wählte den rechten Kandidaten Hofer. Der Warnschuss sollte Europa aufwecken

GASTKOMMENTAR: DORON RABINOVICI
Falter & Meinung, FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Nicht das knappe Ergebnis kennzeichnet diesen Wahlgang. Österreich ist nicht, wie einige schreiben, zerrissen, weil genau die eine Hälfte der Bevölkerung einem Kandidaten und die andere dem zweiten zuneigt. Das Elektorat wurde im Zuge einer Stichwahl in zwei ungefähr gleich große Teile zerlegt. Selbst eine unterschiedliche Präferenz für die eine oder andere Richtung in den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ist nichts, was erstaunen muss. Das ist alles nichts Außergewöhnliches in einer westlichen Demokratie.

Dennoch kann von einer Spaltung des Landes gesprochen werden, denn die politische Debatte wurde - wie Isolde Charim ausführt -von den Freiheitlichen längst zu einer Auseinandersetzung über die Identität und somit über das Unverhandelbare schlechthin erklärt. Kein Zufall, wenn etwa die Freiheitlichen bereits vor dem Ausgang des Urnengangs einen Wahlkartenbetrug witterten oder dem ORF Manipulation vorwarfen, weil hier die ersten Hochrechnungen auch schon die Briefwahl

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