Synchronschwimmen mit Wassermelonen

Schmerzhafte Erinnerung: die Retrospektive der israelischen Künstlerin Sigalit Landau bei den Festwochen im Künstlerhaus

AUSSTELLUNGSRUNDGANG: NICOLE SCHEYERER | Feuilleton | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Das Zuschauen bereitet fast Schmerzen: Mit ihrer Performance "Barbed Hula" ging die israelische Künstlerin Sigalit Landau im wahrsten Sinne des Wortes an die Schmerzgrenze. Am Strand von Tel Aviv führte sie nackt einen Hula-Hoop auf -allerdings nicht mit einem bunten Plastikteil, sondern mit einem Reifen aus Stacheldraht.

Die Festwochen widmen Landaus Videoarbeiten heuer eine Retrospektive. Im ersten Stock des Künstlerhauses ist zu sehen, wie die Spitzen des im Nahen Osten omnipräsenten Zaundrahts in die schwingende Taille der Frau stechen.

Die Stärke von Landaus Videoaktion liegt in der vielfachen Deutbarkeit: So gehören Akte der Selbstverletzung seit den 1960er-Jahren zum Repertoire feministischer Kunst, die Gewalt gegen Frauen anprangert.

Das Wissen um die Herkunft der Künstlerin lässt das Video aber eher als Kommentar auf die Wunden im israelisch-palästinensischen Konflikt erscheinen. Außerdem erinnert der Stacheldrahtreif an die Dornenkrone des Messias. Die Pose der Aufopferung

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