Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Somersby von Kattus

Ein Cider für die schönen Seiten des Lebens. Immerhin

TIZ SCHAFFER | Stadtleben | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Spritzig-leicht im Geschmack und stylish im Erscheinungsbild - so kennt man den Somersby Cider", tönt die Marketingabteilung der Firma Kattus von ihrem Apfelschaumwein. Eigentlich kennt man den Somersby Cider hierzulande kaum. Er stammt aus dem Hause Carlsberg und wird erst neuerdings in Österreich vertrieben.

In drei Geschmacksrichtungen: klassisch Apfel, die naheliegende Birne und, ganz gewagt, Brombeere. Man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, in diesem Fall bietet es sich aber an: Die beiden Richtungen sind kaum voneinander zu unterscheiden. Die Brombeere steht aromatisch ihre Frau.

Ob Sie jetzt Zider oder Cidre zu ihrem Cider sagen, gemeinhin verbindet man damit eine herb-säuerliche Note. Der Somersby Cider löst das nicht ein. Er ist süß, leicht und fruchtig. Was man durchaus als Kompliment verstehen könnte, hat leider einen Haken -nach einem Fläschchen tut's im Munde, als hätte man eine Handvoll Kinderbonbons vernascht. Dass in dem Wässerchen 4,5 Prozent Alkohol drinnen sind, schmeckt man nicht.

Doch denken wir positiv: Der Somersby Cider könnte eine Alternative zum Radler werden. Beide Erfindungen sind ja in Wahrheit nicht dafür geeignet, um seinen Durst zu löschen. Auch nicht, um besoffen zu werden. Da wird einem zuvor eher schlecht.

Solche Getränke gibt es, damit man an den aufgeschütteten Beachbars dieses Landes ein wenig an ihnen herumnuckeln kann. Umso mehr, wenn sie "stylish im Erscheinungsbild" sind.


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