Kommentar Burgtheater

Rechnungshof prüfte die Burg: Es ist so schlimm wie erwartet

Falter & Meinung | STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Seit Monaten geistert er durch die Medien, nun legte der Rechnungshof seinen Bericht über das Burgtheater vor. Den Auftrag hatte der ehemalige Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) im Zuge des Finanzskandals erteilt. Geprüft wurden die Spielzeiten 2008/09 bis 2013/14, jene Jahre, in denen Matthias Hartmann künstlerischer Direktor und Silvia Stantejsky kaufmännische Direktorin war.

Die Ergebnisse sind -wie jene des Rechnungshofberichts über die Bundestheater von 2014 -vernichtend für alle Beteiligten: die Geschäftsführung, den Aufsichtsrat und das Kulturministerium. Die Geschäftsführung überschritt das Produktionsbudget, 2009/10 gab sie anstelle der genehmigten 6,33 Millionen Euro fast das Doppelte aus. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich erst im Mai 2013 damit. Aufsichtsratsvorsitzender war der damalige Geschäftsführer der Bundestheater-Holding Georg Springer.

Dem Rechnungshof war es nicht erklärlich, wie Hartmann von 2006 bis 2014, zwischen seiner Vorbereitungszeit und Entlassung, 2,23 Millionen Euro im Burgtheater verdienen konnte. Es gäbe nicht immer einen "nachvollziehbaren Leistungsgrund".

Ebenso nicht nachvollziehbar sei die Wiederbestellung von Hartmann durch die damalige Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) 2012. Es gab keine Ausschreibung und Schmied sei über die schlechte wirtschaftliche Lage in der Burg informiert gewesen.

Der neue Kulturminister Thomas Drozda kann nun beweisen, wie integer er ist. Er war von 1999 bis 2008 kaufmännischer Direktor am Burgtheater. Der Finanzskandal liegt seit langem bei der Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Noch steht nicht fest, ob diese Art der Geldverschwendung strafbar war.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige