Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Empört euch nicht, tut was!

"Ein Gespenst geht um in Europa -das Gespenst des Nationalismus." Mit diesem Satz, einer Abwandlung des Kommunistischen Manifests, hebt das leidenschaftliche Plädoyer der deutschen Journalistin Evelyn Roll für ein Europa jenseits der Nationalstaatlerei an. Es ist ein schmales, glänzend geschriebenes Büchlein, basierend auf einem Artikel, den Roll, Politologin und Angela-Merkel-Biografin, im Februar 2016 in der Süddeutschen Zeitung publiziert hat. Ihr erster Satz ist programmatisch, denn Roll fordert nichts Geringeres als die Gründung einer transnationalen europäischen Bürgerbewegung, ja Partei.

Der "völkische Nationalismus" hat Länder wie Polen, Ungarn, Slowakei oder Tschechien "wie eine ansteckende Krankheit" befallen. Auch Österreich gehört für Roll dazu, weil die Regierung Werner Faymanns die FPÖ nachzuahmen versucht. Faymann war zum Zeitpunkt, als Rolls Buch in Druck ging, ja noch im Amt.

Was kann man tun? Zuerst müsse man sich vom Aberglauben

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