Ach, so angenehm verschollen: Ein Stefan-Zweig-Film mit Josef Hader

Feuilleton | FILMVORSCHAU: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Stefan Zweig zieht immer noch. Nicht nur werden Bücher wie seine "Welt von Gestern" oder die "Sternstunden der Menschheit" nach wie vor gelesen, erst letzten Herbst sorgten Enthüllungen über die Enthüllungssucht des Autors vor kleinen Mädchen kurz für Aufregung in den Feuilletons. Und jetzt nimmt sich mit der französisch-österreichisch-deutschen Koproduktion "Vor der Morgenröte" auch noch das Kino des Schriftstellers und seiner letzten Lebensjahre im Exil an.

In vier Kapiteln plus Pro-und Epilog, die jeweils ohne Schnitt als große Plansequenz gedreht sind, versuchen Regisseurin Maria Schrader und Drehbuchautor Jan Schomburg der Person Zweig habhaft zu werden. Privat hat er, der Österreich nach dem Februar 1934 verließ, sich für viele Kollegen verwendet, sie bei ihrer Flucht unterstützt. Öffentlich gegen die Nazis aufzutreten versagte sich der im Ersten Weltkrieg zum bedingungslos naiven Pazifisten konvertierte Zweig hingegen. "Er ist egozentrisch und ängstlich", stellt sein


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