Unsere Höfe!

Biologisch essen, seine Bauern kennen und selber mitanpacken: Immer mehr Menschen übernehmen in einer Solidarischen Landwirtschaft Verantwortung


Reportage: Gerlinde Pölsler

Landleben | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016


Foto: Christopher Mavric

Foto: Christopher Mavric

Um Rhabarber und Freilandspinat war am vergangenen Freitag das größte Griss am Standl der Gemeinsamen Landwirtschaft (GeLa) Ochsenherz. Freitag ist Abholtag, da können alle ihre „Ernteteiler“ zum Ochsenherz-Stand am Wiener Naschmarkt kommen und sich ihr Gemüse holen. Bezahlt haben sie schon im Voraus, jetzt können sie so viel Gemüse einpacken, wie sie für die nächste Woche brauchen.

Lorenz Glatz schwärmt, welche Sorten er hier kennengelernt habe: Knollenziest etwa, oder Erdmandel. Alles bio und samenfeste Sorten. Glatz war bei der GeLa Ochsenherz Ernteteiler der ersten Stunde. Er kauft deren Gemüse aber nicht nur, er plant auch die Einnahmen und Ausgaben des Vereins mit und schaut, dass am Ende des Jahres genug Geld in der Kassa ist.

Seit zwei bis drei Jahren erlebt die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) oder CSA (Community Supported Agriculture) auch in Österreich einen Aufschwung. 20 solcher Initiativen sind in den vergangenen Jahren entstanden, vor allem in der Steiermark, in Nieder- und Oberösterreich. Immer mehr Leute wollen sehen, wo ihr Essen wächst, und die Menschen kennen, die es erzeugen. „Lebensmittel mit dem Gesicht des Bauern drauf“ bedeutet „Teikei“, der Name für das japanische Modell. Und so übernehmen die Abnehmer von Gemüse, Obst oder auch Milchprodukten Mitverantwortung für „ihren“ Hof. Das beginnt mit der Finanzierung: Die Teilnehmer verpflichten sich, für eine gesamte Saison einen bestimmten Ernteanteil abzunehmen. Außerdem können – und sollen – sie auch selber am Hof mitanpacken. Das Konzept, in dem es auch um Konsum- und Wachstumskritik geht, ist in den USA, in Frankreich und Deutschland ebenfalls schon verbreitet.

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