Neue Bücher Chefs verstehen und (nicht) erwachsen werden

Feuilleton | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Der neue Chef ist ein Problem. Gut, dass uns Niklas Luhmann, der Obersystemtheoretiker, die verschiedenen Konstellationen zwischen neuem Vorgesetzten und alter Organisation erklärt. Kommt der neue Chef beispielsweise von außen, steht er einer für ihn unstrukturierten Gesamtsituation gegenüber. Dafür ist dann jede Neuerung sein Verdienst. So etwas ist für die mächtigen Cliquen im Betrieb unter Umständen ärgerlich. Zur Sicherheit zeigt der Soziologe aber auch gleich, wie man den neuen Boss beeinflussen kann. "Unterwachung oder die Kunst, Vorgesetzte zu lenken" nennt das Luhmann.

Noch nie war Organisationsanalyse so aktuell. Dabei handelt es sich um Nachlassüberbleibsel aus den 1960ern. Wegen seiner Nützlichkeit für das Verständnis jüngster Umwälzungen sei dieses Büchlein jedem SPÖ-Funktionär empfohlen. Und jedem Leser mit Chef und ohne Angst vor abstrakter Terminologie ebenso.

FLORIAN BARANYI

Niklas Luhmann: Der neue Chef. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Jürgen Kaube.


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