Die Suche nach einem Quäntchen Sinn

Die Autorin und Rapperin Kate Tempest erzählt Londoner Trostlosigkeit abseits von Coolness

Feuilleton | BUCHKRITIK: SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016

Becky ist 26 und fühlt sich so ausgebrannt, als habe sie die besten Jahre ihres Lebens schon lange hinter sich. Sie hat eine Tanzausbildung an der London Contemporary Dance School mit Auszeichnung abgeschlossen, bekommt aber nur Jobs in doofen Musikvideos. Manchmal besorgt sie auch die ganze Choreografie. Credits erhält sie für ihre Arbeit so oder so nie.

Geld verdient Becky mit ihren Zweit-und Drittjobs. Tagsüber kellnert sie, abends massiert sie gestresste Geschäftsmänner. Während diese Kunden ein Happyend erwartet, ist Becky vom Glück weit entfernt. Alkohol, Pillen und Kokain bieten ihr flüchtige Entspannung. Immer öfter stellt sich ihr die Frage, wer sie wirklich ist: die junge Frau mit künstlerischen Ambitionen oder die namenlose Servicekraft, die ewig Kaffee servieren und Männer einen runterholen wird?

Die Figuren in Kate Tempests Debütroman sind auf den Straßen und in den Clubs Südlondons auf der Suche "nach ihrem persönlichen Quäntchen Sinn". Meist sind sie auf irgendwas


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