Im Schatten der Ringstraße

Die Debatte ums Hochhaus am Eislaufverein hat ein Stiefkind der Wiener Stadtgestalt ins Blickfeld gerückt: das Glacis. Was kann diese vergessene Zone?

PLANQUADRAT: MAIK NOVOTNY | Stadtleben | aus FALTER 21/16 vom 25.05.2016


Foto: Christian Wind

Foto: Christian Wind

Das Hochhausprojekt am Eislaufverein liegt nun also vorerst auf Eis. Unter den zahlreichen Kritikpunkten, die es sich in den letzten Jahren anhören musste, fiel neben Aspekten wie Investorenprofit, Architekturästhetik und dem vielbeschworenen Canaletto-Blick auch immer wieder das Stichwort „Glacis“. In der Tat: Ein Grund, warum das Bauvorhaben so viele Fragen aufwarf, ist seine Lage. Zwischen den dicht bebauten Bezirken Innere Stadt und Landstraße, zwischen Ringstraße und Heumarkt, zwischen Stadtpark und Schwarzenbergplatz, in einer eigenartig unterdefinierten Zone.

Kein Grätzel ist es, kein Wohnviertel, kein Ringstraßen-Prachtbau, stattdessen das noble, jugendstilhaft-sanft geschwungene Konzerthaus und der ruppig-raue Riegel des Hotel Intercontinental als Gegenpole – dazwischen die Fläche des Eislaufvereins als liebenswert anachronistische Leerstelle auf wertvollstem Grund.

Das Glacis, so hieß es immer wieder, sei eine besonders sensible Stelle in der Stadt. Nicht ohne Grund schließt es das Gebiet der Weltkulturerbe-Kernzone Innere Stadt mit ein. Aber was ist das Glacis überhaupt? Oder, um genau zu sein: Was war das Glacis?

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