Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Sloeberry Blue Gin

Wenn die wilde Schlehe ein Techtelmechtel mit dem Gin hat

Stadtleben | BT | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Gin, Gin und nochmal Gin! Parallel zum Einzug der Burger-Kultur erlebte auch das Gin-Trinken eine Renaissance. In Oberösterreich brennt Hans Reisetbauer seine Schnäpse. Jeden Sommer präsentiert er ein Extra, heuer ist es wieder der Sloeberry Blue Gin. Das klingt natürlich schicker als "Schlehenlikör", der als altes Hausrezept in vielen Variationen überliefert ist. Dafür setzt man reife Schlehenfrüchte, die nach dem ersten Frost geerntet werden, mit Zucker und Korn, Wodka, Gin oder Rum an und aromatisiert mit Zimt, Nelken, Muskat oder Sternanis.

Reisetbauer stellt seinen Sloeberry Blue Gin nur zwischen Februar und Mai her, verwendet dafür einen biologisch angebauten Schlehdorn und gibt Koriander und Zitruszesten dazu. Das Ergebnis ist ein wacholderbetonter, mentholisch-aromatischer Duft, der entfernt an Medizin erinnert. Kein Wunder, Schlehdorn gilt als Hausmittel gegen Blasenschwäche und Ähnliches.

Dazu passt der bei der Falter-Kostprobe festgestellte herbe, säuerliche, aber trotzdem leicht süße Geschmack. Mit Tonic auf Eis entsteht aus dem ribiselfarbenen Sloeberry Gin ein himbeerfarbenes, aufschäumendes, sehr erfrischendes Sommergetränk, das einen den Alkoholgehalt von 28 Prozent schnell vergessen lässt. Wer Gin Tonic pur liebt, wird ihn nicht unbedingt liebgewinnen. Wer gerne Cocktails trinkt, hat mit diesem Gin etwas Neues zum Ausprobieren.

Rezensierte Getränke wurden der Redaktion fallweise umsonst zur Verfügung gestellt


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