Theater Kritiken

Gegen die Vernashornung des Abendlandes

Lexikon | MP | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Plötzlich sind sie da, die Nashörner. Eines trampelt versehentlich ein Kätzchen nieder. Sonst tun sie nichts, außer Nashorn zu sein -irrationale Ängste und sich im Kreis drehende Diskussionen sind die Folge. Ohne viel zu tun, zeigt Laura Tontsch in ihrer Inszenierung, wie verblüffend aktuell Eugène Ionescos absurdes Drama "Die Nashörner" aus dem Jahr 1959 ist. Mit viel Gespür für Timing und Humor richtet Tontsch ihr aus Studierenden bestehendes Ensemble auf einer Bühne aus multifunktionalen Holzkisten ein. Florian Matzka spielt die Hauptrolle des Behringer, der sich am Ende als Letzter gegen die Vernashornung wehrt, erst phlegmatisch, dann in zunehmend zwänglichem Wahn. Feine Sache, einzig der zweite Teil gerät etwas lang.

Theater Brett, So-Di 20.00


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