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Schusswaffen nach Mali, Munition nach Pakistan, Bildgebungstechnik nach Libyen - wie kann das neutrale Österreich Krisenregionen mit Militärgut beliefern? Ein Blick in die heimischen Waffenexporte wirft Fragen auf

Politik | RECHERCHE: LUKAS MATZINGER | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Die Hauptstadt des Jemen sei in österreichischer Hand. Die Millionenstadt Sanaa würde geradezu geflutet von Steyr-Sturmgewehren, schreibt der Journalist Hisham Al-Omeisy am 6. April auf Twitter. Er nennt sie „Dead Man’s Gun“, weil sie massenhaft aus den Händen gefallener Soldaten gestohlen werde. Die von Saudi-Arabien geführte und logistisch von den USA, Großbritannien und Frankreich unterstützte Militärallianz bringt die Gewehre ins Land – sterben ihre Kämpfer, werden diese Waffen frei. Im Vergleich mit den gängigen Kalaschnikows scheinen ihm die österreichischen Gewehre „wie Kinderspielzeug“, schreibt Al-Omeisy.

Österreich will das alles nicht. Durch den lange währenden Frieden in Europa, das Bekenntnis zur Neutralität und die Branchenskandale der vergangenen Jahrzehnte ist das Verständnis für Waffenexporte geschrumpft, die Industrie verkommt zusehends. Fürs Aufzählen der großen verbliebenen Player am Markt reichen heute drei Finger: Glock, Steyr, Hirtenberger. Das neutrale Österreich will nicht, dass mit seinen Waffen Kriege geführt werden. Will nicht, dass durch seine Exporte Unschuldige getötet werden. Will nicht, dass Böse seine Waffen tragen.


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