Eine Welt, wie sie Kindern gefällt

100 Zimmer und das dramatische Leben seiner Autorin bilden das Geheimnis des Kinderlieblings Mäusehaus


LEKTÜRE: GERLINDE PÖLSLER

Stadtleben | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Das Allererste, was ich für das Mäusehaus gemacht habe, war eine Patchworkdecke. Dann dachte ich: Die braucht ein Bett. Und als das Bett da war, brauchte es ein Zimmer." So erzählt die niederländische Autorin Karina Schaapman, wie ihr Mäusehaus entstanden ist. Die Mäuse gehen einkaufen, "also noch eine Schachtel. Eine neue Geschichte, eine neue Schachtel." Irgendwann hat das Mäusehaus 100 Zimmer, viele Flure und Treppen. Es ist drei Meter hoch und zwei Meter breit. Drei Jahre hat es gedauert, bis alles fertig gebastelt war: Backformen aus Kronkorken, Hocker aus den Metallverschlüssen von Sektflaschen. Was die Erbauerin vorher gemacht hat? Sie war Prostituierte, Menschenrechtsaktivistin und Politikerin.

Das Mäusehaus wäre wohl nie entstanden ohne das dramatische Leben Karina Schaapmans. "In jedes Buch baue ich Ereignisse aus meinem Leben ein", sagt sie. Wie das Mäusemädchen Julia waren auch Schaapman und ihre alleinerziehende, aus Indonesien zugewanderte Mutter seinerzeit völlig

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