Was alles wurscht war

Georg Springer saß dem Aufsichtsrat vor, als das Burgtheater ins Finanzdesaster stürzte. Die Liste der Versäumnisse ist lang, zeigt der Rechnungshofbericht


LEKTÜRE: STEFANIE PANZENBÖCK
Feuilleton | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

In ehrwürdigen Kulturgemäuern haben Finanzskandale mehr Charme als in sterilen Bankgebäuden. Das Potenzial des Ergötzens und Fantasierens ist ungleich größer. Der Burgtheater-Skandal hat da einiges zu bieten.

Man will es sich ungefähr so vorstellen: In irgendeinem Büro des Burgtheaters stapelten sich die Geldscheine. Hunderttausende Euro lagerten wohl in Tresoren oder Laden oder Säcken in diversen Ecken. Die Hüterin des Schatzes, Silvia Stantejsky, kaufmännische Direktorin des Hauses, schlich mit dem nächsten prall gefüllten Geldsack durch die Gänge, bezahlte Künstler, ohne Belege auszustellen, speiste Geld in die Bilanz ein, wenn ein Stichtag drohte, und nahm es wieder heraus, wenn woanders ein Loch zu stopfen war.

Solche oder ähnliche Szenen malt man sich nicht erst seit der letztwöchigen Veröffentlichung des Rechnungshofberichtes über die Burgtheater GmbH aus, sondern seit der Skandal Anfang 2014 der Öffentlichkeit bekannt wurde. Im Zentrum des Interesses stand schon

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