Lebe wohl, Essl, play on, eSeL

Bevor das Essl Museum endgültig schließt, bietet die Schau Sammlung eSeL einen verspielten Rückblick auf die Kunstszene seit 1999

Feuilleton | REPORTAGE: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Eigentlich sind es alles nur Zufälle: Zufällig hat der Kunstnetzwerker Lorenz Seidler seine Laufbahn vor 17 Jahren auf der Pressekonferenz zur Eröffnung des Essl Museums begonnen, als er dort erstmals als "eSeL" eine Frage stellte. Und zufälligerweise gestaltet Seidler nun die letzten Events in dem bald schließenden Privatmuseum.

Im Jahr 1999 hat der studierte Philosoph seine famose Veranstaltungswebsite eSeL.at ins Netz gehoben und seither jeden, ja wirklich JEDEN Flyer aufgehoben, der ihm zugesendet wurde. Wer weiß, wie massiv das Kunstangebot seit der Jahrtausendwende angeschwollen ist, dem kann angesichts der Flyerflut schon schummrig werden.

Die vielen Kisten mit dem eSeL-Archiv wurden also nach Klosterneuburg geschafft. Aber wie das Ganze nun aufbereiten? "Ich habe mich für die Ausstellung an dem Spiel 'Microscope' orientiert", erzählt Seidler, der auch ein passionierter Sammler von Spielen ist. "Bei diesem Rollenspiel entwirft man für einen gewissen Zeitraum fiktionale Szenarios,


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