Ich Baummarder, du Hase!

Vom Wald lernen: Die junge Disziplin der Waldpädagogik fällt in Österreich auf fruchtbaren Boden


EXPEDITION: JULIA KOSPACH
Landleben | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016


Foto: Waldkindergarten Maria Anzenbach

Foto: Waldkindergarten Maria Anzenbach

Mitten im Buchenwald ist es wie in einer Säulenhalle. Der Wind rauscht oben in den Baumkronen, unten stehen die Büschel der Wald-Hainsimse dicht an dicht und verwandeln den Boden in einen kniehohen Fransenteppich, auf dem an diesem Maivormittag zwanzig Volksschulkinder um Patricia Lechner herumsitzen, die ihnen eben eine kurze Geschichte über die kleine Waldmaus vorgelesen hat. Schon fesselt etwas Neues die Aufmerksamkeit. „Ich bin auch der kleine Weberknecht. Ich lauf auch da rauf“, sagt ein Bub, als ein langbeiniger Weberknecht eilig einen Buchenstamm hinaufkrabbelt.

Gleich danach mühen sich die Kinder mit der Aussprache des Pflanzennamens „Brutzwiebeltragende Zahnwurz“ und kosten unverdrossen von den linsengroßen, schwarzen Brutzwiebelchen, die Patricia Lechners Kollegin Maren Röttger für sie aus den Blattachseln der Pflanze herausgebrochen hat. „Die sind ein bisschen scharf“, „Ui, bitter!“ oder „Schmeckt wie roher Kohlrabi“, lauten die Kommentare.

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