Theater Kritiken

Geschlechterkampf als Wrestlingshow

Lexikon | VERONIKA KRENN | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

So viel ist klar, man wird nicht zur Wrestlerin geboren, sondern dazu gemacht und zwar in einem brutalen Geschlechterkampf, beginnend mit der Geburt. Frei nach Simone de Beauvoir transferiert Claire Luckhams "Trafford Tanzi" diesen Ringkampf um Selbstbestimmung auf ein Kind, das zur Frau heranwächst. Der Plan der Vorsehung ihrer Eltern deckelt ihren Bildungshorizont mit dem erklärten Ziel: Rasch unter die Haube mit ihr! Sie aber will studieren und ist bereit, dafür zu kämpfen. Marcus Ganser inszeniert seine deutsche Fassung, "Wrestling Rita", als flottes, aber deftiges Musical mit lokalatmosphärisch adaptierten Hits auf einem Wrestling-Ring. Spektakuläre Stunts, bei denen die Knochen krachen, garnieren den etwas anderen feministischen Theaterabend (Training und Choreografie: Gerhard Hradil). Brachial, aber mit Witz.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45


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