Neue Bücher

Frauen im Iran und in Saudi-Arabien

Feuilleton | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Mojgan Ataollahi: Ein leichter Tod. Aus dem Persischen von Susanne Baghestani. Residenz, 182 S., € 17,90

Mojgan Ataollahis Kindheit im Iran-Irak-Krieg ist nahtlos in eine Ehe mit einem Sadisten übergegangen. Zwar kann sie sich nach jahrelanger Qual zur Anzeige durchringen, doch im Gottesstaat ist für eine Frau keine Gerechtigkeit zu haben. Der Richter will sich sein Urteil mit Sex abkaufen lassen. "Einen Retter wird es nicht geben", erkennt Mojgan. Sie schwankt zwischen Suizidgedanken und Kampf.

Der Text ist stark autobiografisch. Die Protagonistin trägt den Namen der Autorin, deren Schreiben vom Widerstand gegen das Regime getragen wird. Bislang durfte im Iran nur ein Lyrikband von ihr erscheinen. Residenz hat sich um die Erstveröffentlichung eines Prosatextes bemüht. "Ein leichter Tod" ist keine leichte Lektüre. Das liegt vor allem an den eindrücklichen Schilderungen über das Frausein im Iran, das einem Spießrutenlauf gleicht. Wer beim Lesen keine Wut bekommt, muss einen niedrigen


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