Kommentar Burgtheater

Thomas Drozda und die Burg: Hat er oder hat er nicht?


STEFANIE PANZENBÖCK
Falter & Meinung | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Man musste lange suchen, bis man im Rechnungshofbericht über die Burgtheater GmbH einen Hinweis auf die Mittäterschaft des neuen Kulturministers Thomas Drozda (SPÖ) im Burgtheater-Skandal fand.

Da er Vorgänger der kaufmännischen Geschäftsführerin Silvia Stantejsky war, die wegen finanzieller Malversationen Ende 2013 fristlos entlassen worden war, lag die Vermutung nahe, dass auch Drozda Dreck am Stecken hat. Der Rechnungshofbericht ist zu diesem Recherchezweck allerdings nicht geeignet, da der Zeitraum, in dem Drozda die kaufmännischen Agenden über hatte (1999-2008), gar nicht geprüft worden war (siehe auch Seite 39).

Seine dokumentierte Verantwortung beschränkt sich auf die Mitgliedschaft in einer internen Kommission, die die von einem externen Personalberatungsunternehmen an dritter Stelle gereihte Stantejsky auf den ersten Platz hievte und sie damit zur neuen kaufmännischen Direktorin machte. Stantejsky arbeitete damals schon 28 Jahre im Burgtheater.

Unter dem Eindruck des Rechnungshof-Berichts sei diese Entscheidung ein Fehler gewesen, sagte Drozda am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal". Es habe allerdings keine Anzeichen auf das Folgende gegeben. Auch eine Steuerprüfung 2008 brachte über Stantejsky, die damals Prokuristin war, nichts zutage. Soweit bekannt, ermittelt auch die Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Causa Burgtheater nicht gegen Drozda.

Von der Bundestheater-Holding fordert der Minister nun einen Bericht, der nachweisen soll, welche Rechnungshof-Empfehlungen in Sachen Burgtheater schon umgesetzt wurden. Man lasse den Neuen arbeiten.


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