Wenn österreichische Waffen in Kriegsgebieten landen

Politik | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Der Aufschrei ist jeweils groß, wenn österreichische Waffen in Krisenregionen oder bei Terrormilizen gefunden werden. Ende 2014 und Anfang 2015 haben die Peshmerga-Truppen Zünder der österreichischen Firma Schaffler bei IS-Kämpfern gefunden, die sie zum Bau von Bomben verwendeten. Die Zünder waren eigentlich für den Berg-und Tunnelbau vorgesehen und wurden noch vor 2005 produziert. Wie die Zünder in den Irak gekommen sind, kann nicht nachvollzogen werden.

Gestochen scharfe Bilder, die aus Syrien stammen sollen, zeigen Kämpfer mit Steyr-Sturmgewehren in ihren Händen. Sowohl IS-Truppen als auch Rebellengruppen sollen dort mit Steyr AUG kämpfen. Sie könnten aus Lieferungen nach Saudi-Arabien in den 1980ern und nach Tunesien in den 90ern stammen. Was damals ein Segen für die heimische Industrie war, wird jetzt zum Vorwurf.

Ein Handyvideo aus dem Gebiet des IS zeigt einen Mann, der auf einem Sklavenmarkt eine jesidische Frau gegen seine Glock-Pistole tauschen will. Auch einzelne Granaten des niederösterreichischen Herstellers Hirtenberger soll der IS in seinen Lagern horten. Womit sich alle drei großen österreichischen Militärguthersteller Steyr Mannlicher, Glock und Hirtenberger in der jüngeren Vergangenheit mit unrühmlichen Funden ihrer Produkte auseinandersetzen mussten. "Das wird man nie verhindern können", sagt zum Beispiel Steyr-Mannlicher-Chef Gerhard Unterganschnigg dazu. Man könne außerdem nie mit Sicherheit feststellen, ob die entdeckten Waffen tatsächlich original Made in Austria oder bloß Nachbauten seien. Die österreichischen Exportkontrollen aber, die seien jedenfalls streng genug.


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