Menschen

Wenn Wien richtig Spaß macht

Falters Zoo | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Das vergangene Wochenende war eines jener, an denen Wien richtig Spaß macht. Die Philharmoniker spielten ein schönes Konzert vor dem Schloss Schönbrunn, der Musikclub Chelsea feierte seinen 30. Geburtstag, und am Donaukanal luden die Betreiber der Bars, Clubs, Restaurants und Beisln dort zu ihrem alljährlichen Donaukanaltreiben. Und nichts davon kostete die geneigten Zuschauer, -hörer und -tanzer auch nur einen müden Cent. Hipster-Sozialismus zum Mitmachen quasi. Solche fanden sich vor allem am erwähnten Donaukanal ein, der zwischen Spittelau und der Franzensbrücke eine einzige ausgestreckte Ansammlung von Bühnen, Standln und diversen Arten von Kunst-und Sporträumen war.

Zum heuer zehnten Mal gab es das, sozusagen, coolere Donauinselfest mit freundlicher Unterstützung der SPÖ Wien. Es spülte zur Feier des Wochenendes Streetfood, einen Modeund Kunstmarkt, eine fachkundige Kinderbetreuung, das allseits beliebte Bootstaxi und vor allem natürlich allerhand DJs, Live-Bands und Aftershowpartys an. Untertags spielten so Leute wie Kreisky, Der Nino aus Wien, Clara Luzia, Skero, Trümmer, die Playbackdolls und Die Buben im Pelz &Boris Bukowski. Der Tomte-Sänger Thees Uhlmann las. Der Wanda-Sänger war auch da und Leo Aberer auch, die schauten zu. Es war gemütlich, schön und sonnig, was die Veranstalter extrem zufrieden über ihre Sause bilanzieren ließ.

Sie schwärmten von der Liebe und dem Frieden und der schönen Stimmung, die den Kanal beherrschte. So will das rote Wien seine Stadt sehen, und warum auch nicht. Es sei das erfolgreichste Donaukanaltreiben ever gewesen, lässt der Organisator und Leiter der Landesstelle des Sozialministeriumservice Vorarlberg Martin H. Staudinger außerdem wissen.

Die Kuratorin Alicia Weyrich und der Gesandte der Stadt Wien Andreas Gerlinger stimmen zu. Die Veranstalter sprechen von 50.000 Besuchern, die dort gewesen sein sollen. Das kann man glauben oder nicht. Aber mei, es treibt halt alles so dahin.

Um DJ zu sein, muss man original nichts können. Das wissen Society-Löwen wie wir natürlich. Deshalb macht es auch jeder, der aus dem TV-, Model-und Gesellschaftsbusiness rausgeflogen ist. Das ist eine einfache Geschichte. Aus bisher noch ungeklärten Gründen veranstaltete die Uhrenfirma Swatch vergangene Woche trotzdem einen DJ-Contest in der Babenberger Passage. Genauer gesagt das Finale eines bundesweiten DJ-Wettbewerbs. In der Jury saßen unter anderem die berühmten Party-DJs aus dem Ausland DJ Rudy MC und DJ Antoine. Die Veranstaltung war exklusiv für Swatch-Members begehbar, was die Moderatorin Marie-Christine Giuliani, der RTL-Tänzer Vadim Garbuzov, Yvonne Rueff, das in letzter Zeit immer überall seiende Model Anna Huber und Peter Rapps Tochter Rebecca Rapp anscheinend sind, denn die waren alle da. Der Sieger heißt Lukas Weissenbach alias Mr. Niceguy und kommt aus Vorarlberg. Er darf jetzt mit dem DJ Rudy MC auf Tour gehen, darf/muss bei Swatch-Events spielen und kriegt dafür Produktions-und Auflegequipment geschenkt. "Der junge Mann war wirklich eine Macht hinter den Turntables", kommentierte DJ Antoine.


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