Buch der Stunde

Operierte Nasen statt Emanzipation

DOMINIKA MEINDL | Feuilleton | aus FALTER 22/16 vom 01.06.2016

Ein Roman, der dem deutschsprachigen Publikum die jüngere iranische Geschichte auf raffinierte Weise näherbringt, ist Shida Bazyars Debüt "Nachts ist es leise in Teheran". Die Autorin erzählt über historische Ereignisse anhand der Wahrnehmungen einer fünfköpfigen Familie, alle paar Jahre wechselt die Perspektive. Die Handlung setzt 1979 ein, kurz nach der Vertreibung des Schahs -noch ist offen, ob die Kleriker oder die Kommunisten die Macht übernehmen -, und endet mit einem Epilog aus der Sicht der jüngsten Tochter. Bazyar beginnt mit der Sicht des Vaters Behsad, der dafür kämpft, dass aus dem Iran ein zweites Kuba wird.

Zehn Jahre später erzählt seine Frau Nahid von der Flucht nach Deutschland, vom zermürbenden Warten auf den Asylstatus, auf Nachricht von inhaftierten Freunden. Und von den drei Kindern, denen sie zum persischen Neujahrsfest Eyde Nowrus statt des Korans das kommunistische Manifest schenkt. Laleh, die Erstgeborene, ist bald überintegriert, sie schreibt gute

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