Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Ausgezeichnet: Gabriele Anderl erhält den Leon-Zelman-Preis

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Die Schrecken des Nationalsozialismus, Flucht und Vertreibung, aber auch eine Rückkehr einst verfolgter Jüdinnen und Juden in ein neues, freies Österreich, das waren Themen, die den 2007 verstorbenen Leon Zelman ein Leben lang beschäftigten. Im Jahr 1980 gründete Zelman den "Jewish Welcome Service", der von den Nazis vertriebene Jüdinnen und Juden zu Besuchen in ihre einstige Heimat Wien einlud.

Auch die Historikerin und Wissenschaftsjournalistin Gabriele Anderl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Exil Wiener Juden. Sie forscht nach Parallelen zwischen Flucht und Vertreibung durch die Nationalsozialisten und den heutigen Fluchtbewegungen - ohne sie gleichzusetzen.

Nun erhält Anderl den begehrten und mit 5000 Euro dotierten Leon-Zelman-Preis für Dialog und Verständigung. Mit diesem Preis werden Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich für Dialog und Erinnerungskultur engagieren und gegen Rassismus und Antisemitismus auftreten.

In ihrer Begründung wies die Jury auch darauf hin, dass Anderl sich nicht nur wissenschaftlich mit Flucht beschäftigt, sondern sich auch privat für Flüchtlinge einsetzt. Leon Zelman hätte das sicherlich gefallen.


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