Empfohlen Pesl legt nahe

Karl Kraus 2.0 im Schnelldurchlauf

Lexikon | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Hosea Ratschiller parodiert genau jene Nuancen von Persönlichkeiten, die wir zwar kennen und spüren, die aber erst durch seine originellen Minisketches greifbar werden. In "Der allerletzte Tag der Menschheit (Jetzt ist wirklich Schluss)" hat er sich die Form von Karl Kraus' unspielbarem Monumentaldrama ähnlichen Titels angeeignet: Szenen aus dem österreichischen Eh-schon-alleswurscht-Dauerdesaster. Die Schwestern RaDeschnig singen dazu schräge Kärntnerlieder. Zunächst als einmaliger Abend zum Einläuten des von den Maya prophezeiten Weltuntergangs konzipiert, wiederholt Ratschiller den allerletzten Tag erfolgsbedingt immer wieder. Das ist schön.

Kulisse, Mi 20.00


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