Nur Schwachstrom im Elfenbeinturm

Viel interessante Malerei, aber maue Thesen: "Painting 2.0" will die Schlauheit des Mediums beweisen

Feuilleton | Ausstellungsbesuch: Nicole Scheyerer | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Der Titel ist vielversprechend, die Künstlerliste lang. Gleich drei Kuratoren haben für die sympathisch überambitionierte Schau "Painting 2.0" im Mumok zusammengewirkt, um die Malerei aus dem Geiste der Informationsgesellschaft zu erklären.

Anhand von 240 Werken sollen frische Thesen aufgestellt, gar ein "neuer Kanon" für die Zeit seit 1960 entwickelt werden. Die Malerei sei nämlich gar nicht so konservativ, um sich selbst kreisend, männlich und kommerziell, wie ihr Zerrbild es behauptet.

Vielmehr habe die kunsthistorische Königsdisziplin bewiesen, dass sie die giftige Deklaration vom "Tod der Malerei" nicht umgebracht, sondern nur stärker gemacht hat. Und all die konkurrierenden Bildschleudern wie Fernsehen und Internet würde sie als Reflexionsmedium locker abhängen -so weit die Kuratoren.

Aber zunächst einmal auf den Müll mit der Flachware: Ein Container voll zerstörter Ölbilder, der zu Martin Kippenbergers Installation "Heavy Burschi" gehört, liefert am Beginn der Schau


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