Von Durchbrüchen und Barrieren

Österreich und Deutschland widmen sich auf der Architekturbiennale Venedig auf unterschiedliche Weise dem Thema Migration

Feuilleton | Rundgang: Maik Novotny | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

So viel Mut hätte man den venezianischen Denkmalschützern nicht zugetraut: Dort, wo man 78 Jahre lang auf eine Wand schaute, öffnen sich jetzt gleich mehrere breite Tore, mit Durchblick ins grüne Gebüsch, zum Campanile von San Giorgio, zu den Nachbarn aus Korea, Frankreich und Australien.

Dass ihnen der Plan, aus dem 1938 erbauten deutschen Pavillon in den Giardini gleich mehrere Wände herauszubrechen und die Ziegelsteine als Tische im Inneren aufzuschichten, tatsächlich genehmigt wurde, hatte die Kuratoren selbst überrascht.

Der Mut hat sich ausgezahlt: Die physische Konfrontation mit der Bausubstanz fügt sich nahtlos in das diesjährige Motto: "Making Heimat: Germany, Arrival Country". Ein offenes Haus als Symbol für ein offenes Land.

Der deutsche Beitrag zur Architekturbiennale schaltet sich frech ins politische Tagesgeschehen ein. In Ein-Euro-Shop-Typografie werden acht Thesen zur Arrival City in Form von plakativen Slogans wie "Die Arrival City braucht die besten Schulen" an


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