"Frauen sehen uns und wechseln die Straßenseite"

Der deutsch-irakische Schriftsteller Najem Wali über arabische Männer und hohe Erwartungen von Flüchtlingen

Politik | Gespräch: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Für seinen Roman "Bagdad Marlboro" (2014) erhielt Najem Wali den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch. Im Herbst erscheint "Im Kopf des Terrors". Mit dem Falter sprach Wali über arabische Männer, die Ursachen des Dschihadismus und ihren Kindern ausgelieferte Eltern.

Falter: Herr Wali, Sie sagen: "Viele Flüchtlinge sind mir fern, weil sie mit so vielen Erwartungen kommen." Was genau stört Sie?

Najem Wali: Als ich damals ins Exil gegangen bin, kam ich, ohne Schmuggler zu bezahlen. Mir war auch klar, dass ich hier bei null anfangen muss. Aber heute sind die meisten Flüchtlinge sehr schlecht informiert. Die Schmuggler sagen ihnen: Wenn du nach Deutschland kommst, verdienst du 3000 Euro, in einem Monat kriegst du einen Job und eine Wohnung und in drei Monaten hast du die Staatsangehörigkeit.

Glauben die Leute das wirklich?

Wali: Ja, woher sollen sie etwas anderes wissen?

Von denen, die schon hier sind.

Wali: Wenn die etwas anderes erzählen, glaubt man ihnen nicht. Es heißt dann: Er


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