Austro Mechana gegen Amazon: Künstler zahlen drauf

Weil der Online-Versandhändler keine Speichermedienvergütung zahlt, klagte ihn die österreichische Verwertungsgesellschaft

Feuilleton | Bericht: Stefanie Panzenböck | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Ein Prozess der Marke David gegen Goliath beschäftigt aktuell den Obersten Gerichtshof (OGH). Es geht um die Speichermedienvergütung, landläufig bekannt als Festplattenabgabe. Der Großkonzern und Online-Versandhändler Amazon weigert sich, diese an die österreichische Verwertungsgesellschaft Austro Mechana zu bezahlen, die sie dann an die Vertretungen aller Kunstsparten als Tantiemen weitergibt. Den Anteil für Komponisten verteilt sie selbst. Bereits 2007 klagte Austro Mechana Amazon. Solange der Prozess nicht entschieden ist, darf nun kein Geld an die Kunstschaffenden weiter gegeben werden.

Doch warum soll Amazon überhaupt die Speichermedienvergütung zahlen? Seit dem Jahr 1980 existiert in Österreich die sogenannte Leerkassettenvergütung. Sie wurde eingeführt, um private Kopien von Musik - damals mittels Audio-Kassetten - zu legalisieren und um den Kunstschaffenden, die dadurch einen Verdienstentgang haben, eine pauschale Vergütung zu bezahlen.

Die Leerkassettenvergütung wurde


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