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IT-Kolumne

Medien | Anna Goldenberg | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

In meiner Digitalheimat stoße ich bisweilen auf moralische Konflikte. Etwa wenn ich mich frage, ob es in Ordnung ist, Werbeblocker zu verwenden. Das sind (meist) kostenlose Programme, die Werbeeinschaltungen auf Webseiten blockieren. Der Vorteil: Ich werde beim Lesen nicht von flimmernden Anzeigen abgelenkt. Außerdem verhindern viele dieser Werbeblocker, dass mein Surfverhalten getrackt wird - Programme, die das tun, sind oft in den Anzeigen versteckt - und Werber so über meine Präferenzen Bescheid wissen.

Nachteile haben Webseitenbetreiber, allen voran Onlinemedien, weil deren Werbefläche an Wert verliert. Außerdem sind die Blocker keine karitative Organisationen: Adblock Plus etwa erlaubt bestimmte Anzeigen -wenn größere Werbetreibende dafür zahlen, auf ihrer "Whitelist" zu stehen. Als letztens mein Werbeblocker ausfiel, war ich von dem Werbegewimmel so abgelenkt, dass ich ihn schleunigst wieder installierte. Um mein Gewissen zu beruhigen, kaufte ich mir anschließend eine Papierzeitung und streichelte sanft jede Anzeige.


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