Der Akt des Amokfahrers

Vor einem Jahr raste Alen R. durch Graz und tötete drei Menschen. Ist er ein Terrorist oder nur krank? Dem Falter liegt der Ermittlungsakt vor. Die Hintergründe eines grausamen Verbrechens

Politik | Bericht: Nina Brnada | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Kurz bevor dieses Verbrechen seinen Ausgang nimmt, zieht Alen R. bei der Raiffeisenbank in Kalsdorf 20 Euro aus dem Bankomaten. Um 10.58 Uhr tritt er vor die Linse der Überwachungskamera, drei Minuten später registriert sie, wie er zum Auto auf dem Parkplatz geht. Es ist ein Geländewagen der Marke Daewoo Rexton, grün metallic. Das Auto gehört seinem Vater.

Alen R. tankt kurz danach an der Jet-Filiale in Kalsdorf um zehn Euro. Viel Geld hat er nicht, er lebt von Sozialhilfe, er hat zwei Kinder, deren Mutter wegen seiner Schläge im Frauenhaus lebt.

Alen R. plagen jede Menge Probleme. Zum Beispiel hört er Stimmen in seinem Haus. Und vor seinem Fenster sieht er "irgendwelche Leute", die "Steine schmeißen". Es peinigt ihn das Gefühl, dass überall Gestalten lauern, die ihn verfolgen, am Supermarktregal zum Beispiel. Sie wollen mit ihm Kontakt aufnehmen, etwa um ihn zu vergiften. Seine angeblichen Verfolger wird er auch in den Menschen auf den Straßen von Graz erkennen. Deshalb wird er


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