Film Neu im Kino

Ideen, um die Welt zu retten: "Tomorrow"

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Wollt ihr jetzt etwas tun, ein bisschen zumindest?", fragte Regisseur Cyril Dion das Publikum nach der Wiener Premiere seiner Doku "Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen" (Koregisseurin: Mélanie Laurent). Die Reaktionen waren zustimmend. Tatsächlich gelingt, was die Filmemacher sich auf die Fahnen geheftet haben: Statt damit zu deprimieren, dass der Zusammenbruch der Zivilisation nahe, will "Tomorrow" inspirieren und dazu anleiten, im eigenen Umfeld aktiv zu werden.

Am Anfang steht freilich eine Studie, die eine düstere Zukunft zeichnet: "Approaching a state shift in Earth's biosphere" gibt der Erde noch circa 20 Jahre Zeit, bevor ein globaler ökologischer Kollaps einsetzen wird. Auf der Suche nach rettenden Ideen reiste das Filmteam um die ganze Welt.

Die Doku ist in fünf Kapitel eingeteilt, deren Kernprobleme miteinander zusammenhängen: Landwirtschaft, Energie, Wirtschaft, Demokratie und Bildung. Die Initiativen, die sich von Gemeinschaftsgärten und Permakultur über erneuerbare Energien und Recycling, alternative Währungen und lokalen Konsum bis zu basisdemokratischen Bewegungen ziehen, sind großteils nicht neu. In Zusammenhang gebracht ergeben sie jedoch ein frisches Bild der Hoffnung, dass es einer aktivierten breiten Masse gelingen könnte, Großes zu bewirken.

Zu Gemüte führen sollte man sich die äußerst sehenswerte Doku in ausgeruhtem Zustand: Die Fülle an Informationen hätte leicht Material für zwei Filme hergegeben, und nicht alle schnell gestreiften wirtschaftlichen Theorien sind wirklich verständlich. Zum Schluss ist man fast froh, dass das Kapitel Bildung nicht viel mehr als eine Lobeshymne auf nordeuropäische Schulen ist. Was bleibt, ist die Motivation, etwas zu tun - Ideen gibt es genug!

Bereits in den Kinos (OmU im Filmcasino)


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