Sommerzeit ist Theaterzeit

Ausflugstipps zu den Sommerbühnen: Von den "Geggis" zu "Kokoschkas Odyssee"

Lexikon | Maria Motter | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Mag es auch am frühen Nachmittag hageln, bis abends klärt sich der Himmel. "Zur schönen Aussicht" gibt man im Arkadenhof des Schlosses Sitzenberg unter der Regie von Reinhard Hauser. 1926 schrieb Ödön von Horváth diese Komödie in drei Akten, die jedoch erst 1969, und zwar in Graz, uraufgeführt wurde. Schauplatz ist ein Hotel mit dem titelgebenden, einladenden Titel, doch wie so manch andere Bellevue entpuppt sich dieses Haus mit einer Baronin als einzigem Gast als problembehaftet. Die erzählte und vorgeführte Zerbröselung der Gesellschaft passt zur Gegenwart. (Fr u. Sa, jeweils 19.30, So, 17 Uhr, bei Schlechtwetter wird im Pfarrstadel Sitzenberg-Reidling gespielt). Mira Lobes Kinderbuch "Die Geggis" in der Musicalfassung mit Livemusik für ein Publikum ab vier Jahren hatte so viel Zuspruch, dass eine Zusatzvorstellung fix ist (25.6., 15 Uhr, Pfarrstadel Sitzenberg-Reidling).

Wetterfest ist die Bühne in Kronberg im Weinviertel. Dort hat Josef Romstorfer vor vier Jahren "Kultur im Park" initiiert: über fünf Wochen wird im Josef-Kraus-Park ein Stück gespielt. Mit seiner Theatergruppe führt er dieses Jahr die Komödie "Das perfekte (Desaster) Dinner" auf (Fr, 20.30 Uhr; 17.6., 25.6., 1.7., 9.7., jeweils 20.30 Uhr). Am 24. Juni stehen die größten Hits der Musicalwelt auf dem Programm.

Bevor die Musikrevue "Proud Mary - Ein Schiff wird kommen" vor der Kulisse des Stiftes Melk starten wird (Premiere: 5.7., 20.15 Uhr), eröffnen die Sommerspiele Melk mit "Odyssee" - einem Schauspiel nach Homer - am Donnerstag. Die Faszination für den Stoff teilte auch Oskar Kokoschka. 1886 in Pöchlarn geboren, unternahm der österreichische Maler, Grafiker und Dichter im Alter von 75 Jahren eine Reise nach Griechenland. "Hellas ist für uns alle ein Idealbild wie der Garten Eden. Warum? Vielleicht, weil der Mensch dort das Menschliche am besten verwirklicht hat", hielt der Künstler in seiner Autobiographie fest. Die Ausstellung "Kokoschkas Odyssee" umfasst 44 Litografien.

Große Geschichten sind auch die Kinder-und Hausmärchen, die zusammengetragen von den Brüdern Grimm 1812 erschienen waren. Über 200 Texte umfasst das Werk. "Grimms Greatest Hits" mit Melanie Flicker, Markus Freistätter und Rafael Wieser trifft eine Auswahl: Für Zuschauerinnen und Zuschauer ab fünf Jahren ist das Stück bei den Festspielen Berndorf geeignet (Premiere: Mi, 17 Uhr, Stadtsaal, Berndorf).

Sommerspiele Schloss Sitzenberg, bis 26.6., Kultur im Park, Kronberg, bis 8.7., Sommerspiele Melk, bis 14.8., Festspiele Berndorf, bis 17.9.


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