Stadtrand Urbanismus

Wien, Totenkult City: Hier liegen Sie richtig

Wenn der Tod ihn sucht, ist er in Wien: Lukas Matzinger

Stadtleben | aus FALTER 23/16 vom 08.06.2016

Man muss in Wien ja wirklich nicht ins Bestattungsmuseum gehen, um den Tod zu spüren. Der macht sich auch so schon ziemlich breit. Es gibt Dutzende Gräberrallyes und Gruftführungen und so viele Lieder, Bücher und Weisheiten über den Wiener Tod - man weiß gar nicht, wo man anfangen soll mit dem Sterben in der Stadt, in der Formulierungen wie "Melancholisch, morbide, ein Touristenmagnet"(Café Hawelka),"Pension, in der der morbide Charme noch lebendig ist" (Pension Lerner) oder "In einem herrlich morbiden Verfall befindliches Vorstadtbeisl"(Hauserl am Stoa) Teile absolut positiver Lokalbewertungen sind.

Doch wer's ganz genau wissen will, kann natürlich ins Museum beim Zentralfriedhof gehen (das, natürlich, weltweit erste solche). Da kann man einen Sitzsarg sehen, einen Untoten-Wecker und die üppigen Tücher, auf die der den Tod erwartende Wiener auch gern lange hingespart hat.

Bald kommt ein neues Exponat dazu: Lego hat extra für Wien ein Modell der Leichenstraßenbahn gebaut, in der während der Weltkriege Tote überführt wurden. Ergänzungssets, unter anderem mit Wiener Lego-Totengräbern, sind geplant.


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