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Pressekolumne

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Die Wut-Oma, die gibt es schon länger nicht mehr. Frieda Nagl aus Rauris, die sich bei einem ORF-Bürgerforum über Politiker derart in Rage geschimpft hatte, dass sie von der Kronen Zeitung eine Kolumne bekommen hat, ist im Mai verstorben. Schon einen Monat später hat die Gratiszeitung Heute eine neue "Wut-Oma" gefunden. "32 Autos zerkratzt: Bedingte Haft für Wut-Oma", titelte das Gratisblatt über eine 71-Jährige, die aus Frust den Lack zahlreicher Autos zerkratzt hatte. Der Wut-Oma hätte das sicher nicht gefallen.

Aber die "Wut-Bäuerin", die kann das Erbe antreten. Der Rinderbäuerin aus Niederösterreich ist das Menü, das Kanzler Christian Kern den Kickern zum Abschied kredenzte, "sauer aufgestoßen", wie sie auf Facebook schrieb. "Jakobsmuscheln und Rindfleisch aus Uruguay, das trifft mich als österreichische Bäuerin sehr hart!", meinte die Landwirtin, die Österreich gleich "Wut-Bäuerin" taufte. Spargelsuppe und heimisches Rind hätte der Kanzler servieren sollen, fand die Bäuerin. Das Kanzleramt entschuldigte sich sofort für die Menüwahl. Das hätte der Wut-Oma gefallen.


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