Aushaftende Rechnungen

Ernst Strasser lernte im Gefängnis einen Betrüger kennen und richtete mit ihm ein Büro in der Kärntner Straße ein. Jetzt zahlt die Firma die Rechnungen nicht. Ein Telefonat mit dem Ex-Politiker


BERICHT: FLORIAN KLENK
Politik | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Im März hat Ernst Strasser kurz Hoffnung geschöpft. Der ehemalige Innenminister und EU-Abgeordnete der ÖVP, wegen Bestechung drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, hatte die halbe Haftstrafe verbüßt -seit vergangenem Jahr ist er zu Hause mit einer elektronischen Fußfessel. Sein Tagesablauf ist streng reglementiert.

Strasser hoffte auf eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung, wie sie das Gesetz vorsieht. Die Strafe sei ja wohl nicht mehr notwendig, um ihn von weiteren Bestechungstaten abzuhalten. Das wäre die Voraussetzung für die Verweigerung der Entlassung. Strasser kann nicht mehr bestochen werden.

Doch Richter Georg Olschak -es war ausgerechnet jener, dessen harsches Urteil vom Obersten Gerichtshof einst aufgehoben worden war -wies den Antrag ab. "Im Hinblick auf die Schwere der Tat" brauche es den "weiteren Vollzug der Strafe, um der Begehung strafbarer Handlungen durch andere entgegenzuwirken", so die Abweisung des Enthaftungsantrags.

Strasser schweigt. Er durfte seine Zelle

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