Der Kompromiss ist tot

Wir sind in keiner simplen Krise, sondern das "postkapitalistische Zeitalter" hat bereits begonnen. Was nun? Der britische Wirtschaft sautor Paul Mason hat dazu ein imposantes Werk vorgelegt

Politik | ESSAY: ROBERT MISIK | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Das unausgesprochene Leitmotiv unseres Zeitalters lautet: "Wir können nicht so weitermachen, aber wir haben keine Alternative." Die kapitalistische Maschine ist kaputt -aber niemand hat einen Plan, wie sie repariert oder wodurch sie ersetzt werden könnte. Dennoch, oder vielleicht sogar gerade deswegen, gewinnt die Debatte über "Postkapitalismus" an Fahrt und schwappt von den Rändern linksradikaler Systemkritik ins Zentrum von Gesellschaftsanalyse und Wirtschaftspublizistik.

"Der Kapitalismus ist ein komplexes, anpassungsfähiges System, das jedoch an die Grenzen seiner Anpassungsfähigkeit gestoßen ist", schreibt Paul Mason in seinem neuen Buch "Postkapitalismus", das in diesem Frühjahr auf Deutsch erschien und so etwas wie der Schlüsseltext der Saison ist. "Imposantes Werk","neuer Marx", das sind die Attribute, mit denen Werk und Autor etwa in der Neuen Zürcher Zeitung belegt werden, die ja bekanntlich kapitalismusfeindlicher Umtriebe völlig unverdächtig ist.

Wer Thesen von der


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