"Tak, tak, tak. Bei mir ist alles Tanz"

Der italienische Theaterstar Pippo Delbono und seine Freunde feiern mit "Orchidee" das Anderssein bei den Festwochen

Feuilleton | PREVIEW & INTERVIEW: MARTIN PESL /LUGANO | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Um Pippo Delbono und sein Theater zu verstehen, hilft es zu wissen, dass dieser gealterte, HIV-kranke Mann Groupies hat. Sie reisen ihm nach und warten auf ihn, auch wenn er nach der Vorstellung in der Garderobe dem Falter noch ein Interview gibt. Man hält die Info für einen koketten Scherz, aber wenn man aus dem Teatro LAC in Lugano herauskommt, sind sie da.

Pippo Delbono will gar nicht mit ihnen reden, er ist ein Star und kann sich das erlauben. Der 57-jährige Theater-und Filmemacher ist in Italiens Kulturkreisen so umstritten wie vergöttert. Seine Arbeiten sind eher Revuen als Theaterstücke, auch die Produktion "Orchidee", die bei den Wiener Festwochen gezeigt wird.

Orchideen sind besonders, weil man die künstlichen nicht von den echten unterscheiden kann -mit diesem Grundgedanken feiert der Abend das Leben und das Anderssein. Musik von Pietro Mascagni, Deep Purple und Joan Baez wechselt sich ab, Zitate aus der Weltliteratur werden auf einer leeren Bühne von Gestalten vorgetragen,


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