Team der Stunde

Luka Modric, gute Spielideen, blutende Innendecker: Die Kroaten könnten richtig Spaß machen

Zu wem man jetzt halten muss

Fussball-EM | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Das kroatische Nationalteam verfügt seit 1998, als es bei der Weltmeisterschaft in Frankreich ziemlich sensationell Dritter wurde, über auch jenseits der eigenen Landesgrenzen wohlwollend zugesprochene Sympathien. Das ist erstens so, weil es quasi immer ein paar überragende Fußballer, die sich noch dazu weitestgehend höflich und skandalfrei gebärden, in seinem Kader hat, zweitens, weil es Dressen mit -der Nationalflagge geschuldeten -geilen Rautenmustern trägt, und drittens, weil es bei jedem Turnier, an dem es teilnimmt, von diesem heißen Außenseiterspirit umweht ist, den zu unterstützen man cool findet.

Bei der aktuellen EM könnten vielleicht noch ein paar Gründe dazukommen, was sie schon in ihrem ersten Gruppenspiel gegen ganz brave, aber letztlich chancenlose Türken zeigten. Die Kroaten gossen ihre gerne von Sportreportern vorgebrachte "individuelle Klasse", die sie mit dem schnellen Ivan Perišić und der Ein-Mann-Pressing-Kapelle Mario Mandžukić vorn und dahinter mit Luka Modrić und Ivan Rakitić, die mit 30 beziehungsweise 28 Jahren immer noch ausschauen wie Rotzbuben, aber zurzeit wahrscheinlich beide in jeder Mannschaft der Welt gesetzt wären, zweifellos haben, in eine schöne Spielidee, die die Türken erfolgreich einschnürte.

Das gelang neben den genannten Spielern dank Innenverteidigern, die wehtun, wie dem tapferen Vedran Ćorluka, dessen Verband am Kopf alle paar Minuten gewechselt werden musste, weil Ćorluka weder zu bluten noch zu spielen wirklich aufhören wollte.

Das erste Spiel gegen die Türkei war nur bei schlampigem Blick ein ausgeglichenes. In Wirklichkeit zeigten die Kroaten viel von dem, was es brauchen wird, um weit zu kommen.

Da wollen Sie doch bei den Ersten sein, die das gut gefunden haben.


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