Kolumne Außenpolitik

Italien: Wie Hoffnungsträger Matteo Renzi in Not gerät

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Vor zwei Jahren ist Matteo Renzi als Modernisierer Italiens angetreten. Seither hat der dynamische und betont proeuropäische Regierungschef eine ganze Reihe von Reformen durchgesetzt, die jahrzehntelang verschleppt worden waren. Auch die Wirtschaftskonjunktur hat sich etwas erholt. Dennoch hat ihn jetzt bei den Kommunalwahlen die Anti-Establishment-Stimmung vor allem der jungen Wähler, die kaum Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz haben, voll erwischt. Bei den 18-bis 34-Jährigen hat sich die Protestbewegung 5 Sterne als erste Partei etabliert, der sozialdemokratische Partito Democratico (PD) führt bei den Wählern über 65.

Bei der Stichwahl am Sonntag wird voraussichtlich die Kandidatin der Protestbewegung zur Bürgermeisterin von Rom gewählt werden. Sie liegt mehr als zehn Prozent vor dem PD-Kandidaten und kann im zweiten Wahlgang auch mit den Stimmen der extremen Rechten rechnen. Virginia Raggi ist typisch für die politische Ambivalenz der aufstrebenden Persönlichkeiten der


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