Dem Griff des Kraken entronnen

In Tunesien gehen Künstler auf die Straße und erproben neue Modelle der Öffentlichkeit

REPORTAGE: NICOLE SCHEYERER | Feuilleton | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

An diesem Freitagmorgen Mitte Mai ist der Sockel im Herzen von Tunis noch leer. Die Autos brausen um die Verkehrsinsel, wo vor knapp 30 Jahren noch das Reiterdenkmal von Tunesiens erstem Staatsoberhaupt Habib Bourguiba stand. Dieser "Übervater" hat das Land 1955 in die Unabhängigkeit von Frankreich geführt.

Sein Nachfolger Zine el-Abidine Ben Ali stürzte Bourguiba 1987 nicht nur als Präsident, er ließ auch dessen Denkmal, das auf dem Podest stand, entfernen. Stattdessen stellte er auf dem Platz dahinter einen hässlichen Obelisken mit Uhr auf, den die Tunesier spöttisch "Big Ben" nennen.

Inzwischen hat sich aber noch ein weiterer politischer Umsturz an diesem Ort eingeschrieben: Er wurde in "Platz des 14. Januar" umbenannt, nach jenem Datum während des arabischen Frühlings, an dem der verhasste Präsident Ben Ali nach Saudi-Arabien geflohen ist.

Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zur Medina, dem mittelalterlichen Zentrum von Tunis. Nach dem Stadttor Bab el-Bahr beginnt das Gassengewirr

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