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Wie ein Milliardär eine Klatschseite vernichtet

BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Medien | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Für die US-Klatsch-und-Tratsch-Internetplattform Gawker zählen Klicks, nicht die Privatsphäre der Menschen, über die sie berichtet. Im Jahr 2007 outete Gawker etwa den Paypal-Mitbegründer Peter Thiel als homosexuell. Fünf Jahre später stellte die Klatschseite ein Sexvideo des ehemaligen Wrestlers Hulk Hogan online.

Nun kommt alles zurück. Hulk Hogan klagte Gawker auf Verletzung der Privatsphäre (der Falter hat berichtet) und gewann den Prozess. Gawker muss Hogan 140 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen.

Offenbar schafft es die Klatschseite allerdings nicht, die Summe zusammenzukratzen. Gawker steht vor dem Ende. Die Seite soll in einem Insolvenzverfahren versteigert werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters vergangene Woche berichtete.

Interessant sind die Hintergründe von Hogans Klage. Zehn Millionen Dollar steckte der von Gawker geoutete Milliardär Peter Thiel in den Prozess des Ex-Wrestlers. Jahrelang hatte Thiel Anwälte dafür bezahlt, Opfer von Gawker aufzuspüren und deren Prozesse zu finanzieren.

Rächt er sich für das Outing? Thiel verneint. Er bezeichnet sein vernichtendes Vorgehen gegen das Medium als "eines meiner größeren philanthropischen Engagements, die ich gemacht habe".


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