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IT-Kolumne


ANNA GOLDENBERG
Medien | aus FALTER 24/16 vom 15.06.2016

Den Begriff Crowdsourcing gibt es seit 2006. Er bedeutet, Aufgaben an eine große Gruppe von Freiwilligen auszulagern. Bei Medienorganisationen ist diese Praxis recht beliebt; engagierte Leser sind viel wert. Die britische Zeitung Guardian stellte etwa 2009 hunderttausende Dokumente mit den Kassenzetteln britischer Parlamentsangehöriger online und bat User, diese zu analysieren. Andere Zeitungen wiederum bitten ihre Leser um Fotos, die sie schließlich für ihre Berichterstattung verwenden.

Als ich vor einiger Zeit Augenzeugin einer Schlägerei wurde, verwunderte mich, wie viele Menschen sich auf die balgenden Männer zubewegten, um gut filmen zu können, anstatt einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Aber ich will ja hier nicht als Moralapostelin daherkommen. Crowdsourcing kann echt super sein. Eines jeden Facebook-und Twitterfeed wird da nämlich zum schwarzen Brett. "Fahrrad gesucht","Babykleidung zu vergeben", "Was soll ich als nächstes lesen?", "Bitte betet für mich" und so weiter. Worüber soll ich nächste Woche eigentlich schreiben?


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