Auf ein letztes Rendezvous

Bevor das Essl Museum in Klosterneuburg schließt, laden die Open Days zum Schauen ein

Bundesländer Programm | MARIA MOTTEREssl Museum, Klosterneuburg, Fr bis Do, jeweils 10.00 bis 18.00, Mi 10.00 bis 21.00 | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Vorweg: Die Sammlung wird im Haus bleiben. Doch für den Ausstellungsbetrieb ist kein Geld mehr vorhanden. Jetzt ist daher die letzte Gelegenheit, das Essl Museum zu besichtigen, und das bei freiem Eintritt im Rahmen der Open Days. Wichtige Sammlungswerke sind ausgestellt, zudem finden Konzerte und Lesungen statt. Welche Werke sollte man sich unbedingt noch anschauen? Karlheinz Essl weiß darauf gewiss viele Antworten. Freitag um 16 Uhr wird er ein letztes Mal durch das Museum führen (Anmeldung erforderlich: anmeldung@essl.museum). Die Schließung seines Privatmuseums schmerze ihn "bis in die tiefste Seele", äußerte sich der einstige Baumarkt-Unternehmer und Kunstliebhaber. Das Vermittlungsteam führt täglich durch die drei Ausstellungen "Rendezvous"(11 Uhr), "eSeL: Die Sammlung eSeL" (13 Uhr) und "Body &Soul"(15 Uhr).

Im "Offenen Atelier" können Besucherinnen und Besucher mit verschiedenen Materialien an einer aus Tapezierertischen geformten Tafel malen. "Es gab immer sehr viele Workshops, wo man gebastelt und gemalt hat. Wir haben uns entschieden, dieses offene Atelier noch einmal laufen zu lassen", sagt Erwin Uhrmann vom Essl Museum, der den Lesemarathon diesen Samstag (12 bis 16 Uhr) auch auf "Walk-in-Basis" gestaltet. Jürgen Bauer, Stephan Eibel Erzberg, Ernesto Susana, Josef Kleindienst, Alexander Urosevic, Magda Woitzuck, Gabriele Kögl, und Gabriele Petricek lesen jeweils 20 Minuten.

Anderntags, am Sonntag, steht Liebeslyrik auf dem Programm (So, 11 Uhr). Die Ausstellung "Rendezvous" sei ein schöner Abschluss, findet Erwin Uhrmann. "Da geht es um das Rendezvous der Essls in New York, um das erste Aufeinandertreffen von Agnes und Karlheinz Essl, das dann ganz schicksalhaft zu einem gemeinsamen Sammlerleben und letztlich auch zum Museum geführt hat." Die Bandbreite der Sammlung spiegelt sich in dieser Ausstellung, in der auch Werke von Maria Lassnig und Arnulf Rainer hängen. "Auf sehr schöne harmonische Weise sieht man auch formale Rendezvous von Werken. Das zeigt, wie aus einer Begegnung etwas Spannendes entstehen kann", macht Erwin Uhrmann Lust auf den Besuch.

"The Final Countdown" hat das Team der Kunstvermittlung die abschließende Performance aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betitelt (Do, 16 bis 18 Uhr). Nach dem letzten Tag werden sie nach und nach das Museum verlassen. Nur eine Handvoll bleibt für die Pflege der Sammlung, und Bibliothek, Archiv und der Leihverkehr bleiben aufrecht.


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