Dolm der Woche

Politik | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Bis kurz vor seinem Tod besuchte NS-Opfer Friedrich Zawrel Schulen, um den Schülern als Zeitzeuge von den Barbareien der Nazis zu erzählen. Etwa, wie er in der Euthanasieanstalt am Spiegelgrund für seine Aufmüpfigkeit geprügelt, mit Speibinjektionen gefoltert und in kalte Tücher gewickelt wurde. Oder wie er in seiner Zelle saß, hinter Fenstern aus Milchglas. Er rechnete ständig damit, ermordet zu werden, und flehte seine Peiniger an: "Gebts mir doch wenigstens ein Buch zu lesen, sonst werd ich noch deppert!"

Wie der Falter berichtete, skandalisiert die FPÖ gerade, dass eine Schule in der Hörnesgasse nach Zawrel benannt wurde. Das neueste Argument des blauen Stadtrats Anton Mahdalik: Zawrel sei kein guter Schüler gewesen, daher sei die Benennung einer Schule nach ihm unpassend.


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