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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Fußball, das war vor gar nicht allzu langer Zeit auch ein Labor, in dem Metrosexualität hergestellt wurde. Wir sagen nur: David Beckham. Heute, wo Kicker auch an spielfreien Tagen duschen und Frisur zur Berufskleidung zählt, muss man sich schon verletzen, um ein modisches Statement setzen zu können -siehe Čech-Helm und Corluka-Turban.

In den 70er-Jahren war die Welt noch in Ordnung: Damals stopfte man das Shirt unter den Hosenbund, und Typen wie Kurt Jara oder Bruno Pezzey konnten durch Leiberlraushängenlassen oder Stutzenrunterrollen andeuten, was für extralässige Hunde sie waren (die Jungs aus dem holländischen Kiffercamp von Cruyff & Co pflegten sich ohnedies vorm Cornerschießen einen Ofen anzuheizen).

Wer heute auffallen will, zieht sich verschiedenfarbige Schuhe an. Das ist so stilvoll wie die bunte Herrenbrille oder Krawatte mit Tiermotiven. Der Fußball braucht mehr Glam, eine Style-Revolution tut Not. Hedi Slimane soll schon einmal den Zeichenstift zücken.


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