Meinesgleichen Horst Pirker übernimmt die News Gruppe

Falter & Meinung | aus FALTER 25/16 vom 22.06.2016

Horst Pirker hat die Mehrheit am News Verlag erhalten. Früher hätte man gesagt, Österreichs Mediengeschichte nimmt eine neue Wendung, denn die deutschen Eigentümer ziehen sich zurück. Zwar bleibt - über den Kurier -die deutsche Funke-Gruppe; auch die war mit der Mediaprint schon glücklicher. Auf einen mäßigenden Einfluss der Gruner+Jahr-Gruppe auf Österreichs Medien hatte man sowieso vergebens gehofft. Im Gegenteil: Die Renditevorgaben der deutschen Eigentümer wurden zwar höchstens teilweise erfüllt, waren aber insgesamt der journalistischen Qualität abträglich. Inzwischen leitet Julia Jäkel Gruner+Jahr, dort macht man weniger Journalismus, als dass man communities of interest printmäßig betreut und hofft, die Betreuung zu monetarisieren. Oder so.

Der News-Verlag war das Ergebnis aggressiver Marketingpolitik der Fellners, die zu einem Zusammenschluss ihrer Gruppe mit der Magazingruppe des Kurier (inkl. Profil) führte und damit ein marktverzerrendes Oligopol begründete. Die wirtschaftliche Lage und der Druck, unter den gedruckte Medien geraten, hat nun dazu geführt, dass sich dieses Monopol wieder auflöst. Horst Pirker erfüllt sich dabei den Traum, Verleger zu werden. Er hätte den Vorteil, sich mit kleineren Renditen zufriedengeben zu können als seine deutschen Ex-Partner. Es ist ihm zu wünschen, dass er sich publizistisch orientiert und damit wirklich zum Verleger wird. Als Medienkaufmann wird er ein schwindendes Lager an Geschäftstiteln betreuen können.


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